Die Mitarbeitsnote

Die Mitarbeitsnote nimmt zumeist eine dominierende Stellung in der Notengebung ein. Ihr Anteil an der Zeugnisnote beträgt meist zwischen 50 und 70 Prozent. Dabei umfasst die Mitarbeitsnote alle Leistungen, die im Unterricht vom Schüler erbracht werden. Das können die mündlichen Beiträge im Lehrer – Schüler*innen Gespräch, Projekte, Präsentationen, schriftliche Ausarbeitungen und die Bearbeitungen von Aufgaben im Unterricht und Zuhause sein. Die Mitarbeitsnote soll in der Regel den Leistungswillen, den Leistungsfortschritt und die tatsächliche Leistung bewerten. Allerdings gibt es hierfür von Bundesland zu Bundesland unterschiedlichste Vorgaben, die von den Lehrkräften zu erfüllen sind. Teilweise legen auch die Gesamtkonferenzen der einzelnen Schulen für Fachbereiche und selbst Jahrgänge unterschiedliche Regelungen fest.

Die Mitarbeitsnote soll den Lehrkräften einen pädagoischen Spielraum eröffnen um Schüler*innen zu motivieren oder gegebenenfalls auch zu korrigieren. Sie ist aus meiner Sicht für die Lehrkräfte wichtig, um ihren Erziehungs- und Bildungsauftrag erfüllen zu können.

Die Vorgaben für die Mitarbeitsnote sind höchst unterschiedlich. Eine Anforderung an die Lehrkräfte ist jedoch überall gleich. Die Mitarbeitsnote muss kontinuierlich über die gesamte Unterrichtsperiode ermittelt und dokumentiert werden. Denn nur so ergibt sich eine eine nachvollziehbare und begründbare Note, die Akzeptanz bei Schülern, Eltern und Schulleitungen findet. Falls die Lehrkraft über keine oder unzureichende Aufzeichnungen verfügt wird es schwer die Noten den Schüler*innen zu begründen und öffnet Sie Verhandlungen wie auf dem Basar und Streitigkeiten Tor und Tür. Deshalb sollten die Lehrer*innen im eigenen Interesse regelmäßig die Mitarbeit dokumentieren.

Um die Mitarbeit zu bewerten und zu dokumentieren gibt es verschiedene Methoden. Gewöhnlich trägt eine Lehrkraft regelmäßig eine Mitarbeitsnote für jeden Schüler in einen Lehrerkalender oder ein Notenbuch. Werden die Noten relativ schnell ohne zu große Reflexion eingetragen spricht man von der “ICE Methode”. Die Vorteile:

  • viele Mitarbeitsnoten über einen großen Zeitraum
  • es ist immer ein aktueller Zwischenstand verfügbar
  • die Note wird objektiver und glaubwürdiger

Jedoch kommt ein Notenbuch bei dieser Methode schnell an seine Grenzen. Zudem müßte man die Durchschnittsnote immer manuell ausrechen. Wenn man auf die anderen für die Mitarbeitsnote relevaten Fakten wie Hausaufgaben, Verspätungen, Störungen, besondere Leistungen, individuelle Bemerkungen und Vereinbarungen dokumentieren will wird ein Notenbuch schnell unübersichtlich.

Genau hier kommen die Lehrerapps ins Spiel. Sie sollten auf jeden Fall eine Serieneingabe für die ICE-Methode besitzen und darüber hinaus helfen den Überblick zu bewahren. Meiner Meinung nach versagen doch auch genau hier viele Apps.

Links dazu:

Beispiel Ottheinrich-Gymnasium in Baden-Württemberg, nur der Leistungwillen zählt: Leitlinien der Erteilung der Verhaltens- und Mitarbeitsnoten

Im Widerspruch dazu das Kultusministerium Baden-Württemberg: Notengebung und Versetzung (beachte Frage 4)

Beispiel Bayern, hauptsächlich in Leistung zählt: Unterrichtsbeitragsnoten

Die Vorteile ICE-Methode,

Ein Lehrerstatement aus der Oberstufe: Notenmachen, leidiges: Transparenz und Notengerechtigkeit

Deshalb sollte man als Lehrer sicher sein, Video: Mündliche Noten nachverhandeln (Meine Strategie)

Mitarbeitsnote aus der Sicht der Eltern: Das ist ungerecht!

Ruhige Schüler*innen: Mündliche Noten: Der Horror jedes introvertierten Schülers

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