Lehrerapps an Niedersächischen Schulen

Es gibt dazu einen neuen Erlass des Kultusministeriums vom 1.01.2020 mit dem Titel: “Verarbeitung personenbezogener Daten auf privaten Informationstechnischen Systemen (IT-Systemen) von Lehrkräften“.

Wichtiger Link dazu: http://datenschutz.nibis.de/2020/02/24/verarbeitung-personenbezogener-daten-auf-privaten-informationstechnischen-systemen-it-systemen-von-lehrkraeften/

Darin wird zuerst festgestellt, dass eine dienstliche Notwendigkeit für die Verarbeitung personenbezogener Daten auf privaten Informationstechnischen Systemen außerhalb der Schule nicht besteht. Weiter wird ausgeführt, dass die Speicherung personenbezogener Daten auf dem Festspeicher privater mobiler Endgeräte (Smartphones und Tablets) nicht zulässig ist. Das Speichern und Anzeigen personenbezogener Daten in Clouds oder über Applikationen von Fremdanbietern sei zulässig, wenn zuvor mit diesen einen Auftragsverarbeitungsvertrag i. S. von Artikel 28 Abs. 3 DSGVO geschlossen wurde. Für den Fall, dass im Rahmen einer Auftragsverarbeitung eine Übermittlung personenbezogener Daten an ein Drittland oder eine internationale Organisation erfolgt, sind die Artikel 44 bis 49 DSGVO einzuhalten.

Also die Daten auf privaten Geräten zu speichern ist nicht erlaubt. Sie sollten verschlüsselt auf einem Server der Schule liegen. Da auch das Kultusministerium ahnt, dass die Schulen diese Server niemals bereitsstellen können wird auch die Speicherung in der Clould erlaubt. Dann dürfen die Daten sogar im Ausland liegen. Also auf dem iPhone/iPad nicht, dafür irgendwo in der Cloud. Wo soll da der Sicherheitsgewinn sein? Und geht das mobile Endgerät verloren, hat auch eventuell eine unberechtigte Person Zugang zu den Daten.

Folgender Datenrahmen für die Schülerdaten darf nicht überschritten werden. –Namen, –Adressdaten, –Geschlecht, –Geburtsdatum, Geburtsort, –Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft, –Klasse, Gruppe oder Kurs, –Ausbildungsrichtung bzw. Ausbildungsberuf, –Fächer, –Fehlzeiten, –Art, Datum und Ergebnisse von Leistungskontrollen, –Zeugnisnoten und andere Zeugniseintragungen. Von diesen Daten dürfen nur die Daten verarbeitet werden, die für die jeweilige Aufgabenerledigung tatsächlich erforderlich sind. Aufzeichnungen wie: Fehlende Hausaufgaben, fehlendes Material, zu spät kommen, Störungen, Checklisten, freie Bemerkungen zu den Leistungen sind nicht erlaubt.

Der Nutzen einer Lehrerapp wird dadurch sehr stark eingeschränkt. Und der Datenschutz scheint dabei eher ein Vorwand zu sein. Denn durch die Speicherung von z.B. Geburtsdaten werden die Daten erst richtig sensibel.

Im Paragraph 5 der Verordnung, verpflichtet sich die Lehrkraft, jederzeit der Schule einen Ausdruck oder ein verschlüsseltes elektronisches Speichermedium mit allen über eine Schülerin oder einen Schüler, eine Erziehungsberechtigte oder einen Erziehungsberechtigten, eine Lehrkraft oder eine dem Ausbildungs- und Praktikumsbetrieb zugehörige Person gespeicherten Daten zur Verfügung zu stellen, wenn ein Antrag auf Auskunft nach Artikel 15 DSGVO gestellt worden ist. Damit wird die Lehrkraft gezwungen private Aufzeichnungen preiszugeben. Dagegen bleibt das Notenbuch bzw. der Lehrerkalender meines Wissens immer im privaten Eigentum der Lehrkraft. Und die Lehrkräfte gewähren weder der Schulleitung noch anderen Personen Einblick.

Fazit: Im niedersächischen Schuldienst kann man keine Lehrerapp mehr nutzen. Die Speicherung der Daten auf privaten Endgeräten ist nicht zulässig. Eine Speicherung an anderen Orten ist nur möglich wenn ein Auftragsverarbeitungsvertrag( Artikel 28 Abs. 3 DSGVO ) geschlossen wird. Das wird kein Lehrer und kein Schulleiter tun. Also bleiben nur offizielle Angebote von großen Anbietern. Wie zum Beispiel digitale Klassenbücher. Aber das sind dann auch keine Lehrerapps mehr.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.