Lehrer Apps in den Bundesländer

Es ist nicht einfach festzustellen welche Datenschutzanforderungen in den einzelnen Bundesländern bestehen. Viele Verordnungen sind oft schon älter und passen für die aktuellen technischen Entwicklungen nicht. Wichtige Regelungsbereiche sind:

Der erlaubte Datenraum

Oft werden viele formale Daten, die für die Schulverwaltung wichtig sind, erlaubt. So werden Daten wie Geburtsdatum oder die Adresse als Daten, die gespeichert werden dürfen aufgeführt. Für eine Lehrerapp spielen diese Daten allerdings keine Rolle. Moderne Regelungen lassen den Datenraum offen und beschränken sich auf die Formulierung: “lediglich für die Benotung relevante Daten” dürfen gespeichert werden. Baden-Württemberg geht noch einen Schritt weiter und sagt “keine Krankheiten oder Diagnosen” dürfen gespeichert werden. Das finde ich sehr vernünftig.

Die Mitarbeitsapp beschränkt sich auf den minimalen Datenraum.

Die Datenspeicherung

Die Daten sollen verschlüsselt gespeichert werden. Dies erfüllen die aktuellen Betriebssysteme iOS und Android standardmäßig.

Setzen Sie die aktuelle Versionen der Betriebssysteme iOS und Android ein.

Der Zugriff auf die Daten

Der Zugriff auf die Daten muss gesichert sein. Dies wird meist durch einen, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung realisiert. Zudem muss dem Datenschutzbeauftragten oder der Schulleitung Auskunft über die gespeicherten Daten gegeben werden. Dies kann zum Beispiel durch eine Erklärung der Lehrkraft und Screenshots der gefragten Daten erfolgen.

Setzen Sie moderne Hardware am besten mit Gesichtserkennung ein.

Sicherung und Löschung der Daten

Die Daten könnten durch Verlust oder Defekt des mobilen Endgerätes verloren gehen. Für diesen Fall sollte ein Backup der Gerätedaten vorliegen. Die Gerätebackup können am einfachsten in der Cloud der jeweiligen Anbieter Apple oder Google erfolgen. Dabei werden die Daten “Ende zu Ende” verschlüsselt. Die Daten sind also auf dem Server nicht zu entschlüsseln. Mit Hilfe dieser Backups kann die Mitarbeitsapp mit Daten auf einem neuen Gerät wiederhergestellt werden. Verloren gegangene Geräte können zurückgesetzt werden. Die Backups können auch lokal auf einem Computer erstellt werden. Dazu gibt se für Apple und Android. Dies erfordert jedoch Zeit und EDV Kenntnisse. Die Löschung der Daten erfolgt bei der Mitarbeitsapp automatisch nach der eingestellten Zeit. Für Schülerdaten ist der Standardspeicherzeitraum ein Jahr.

Die automatische Löschung der Schülerdaten erleichtert das DSGVO-konforme Arbeiten.

Baden-Württemberg – Ja

wichtigster Link: https://lehrerfortbildung-bw.de/st_recht/form/dv/

Bayern – Ja

wesentlicher Link: https://www.mebis.bayern.de/wp-content/uploads/sites/2/2015/06/erlaeuternde_hinweise_ds_schulen.pdf

Der Einsatz privater Rechner von Lehrkräften ist wegen der Besonderheit der Aufgabenwahrnehmung als ein Ausnahmefall anzusehen und deshalb ist der Einsatz erlaubt.

Berlin – Ja

wichtigster Link: http://gesetze.berlin.de/jportal/?quelle=jlink&query=SchulG+%C2%A75aV+BE+%C2%A7+12&psml=bsbeprod.psml&max=true

Die Schulleitung darf entscheiden. Beachte: §12 Absatz 6

Brandenburg – Ja

wichtigster Link: https://bravors.brandenburg.de/verordnungen/dsv_2014

Beachte Anlage 7

Bremen – Ja

wichtigster Link: https://www.transparenz.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen2014_tp.c.116894.de&asl=bremen203_tpgesetz.c.55340.de&template=20_gp_ifg_meta_detail_d#jlr-SchulDSGBR2007V7P2

Beachte §4 (3)

Hamburg – unklar

Hessen – Ja

wichtigster Link: https://www.rv.hessenrecht.hessen.de/bshe/document/hevr-SchulStatErhVHEpP3

Eine “Anzeige” bei der Schulleitung ist nötig.

Mecklenburg-Vorpommern – unklar

Niedersachsen – Ja, jedoch nicht auf privaten Endgeräten

wichtigster Link: http://datenschutz.nibis.de/2020/02/24/verarbeitung-personenbezogener-daten-auf-privaten-informationstechnischen-systemen-it-systemen-von-lehrkraeften/

Der Erlass und auch der im Erlass unter Ziffer 3.2 vorgegebene Datenrahmen bezieht sich jedoch nur auf private Endgeräte von Lehrkräften. Werden schulische Dienstgeräte eingesetzt, so findet diesbezüglich der oben genannte Erlass hierauf keine Anwendung“. Quelle Nachfrage beim der “Landesbeauftragten für den Datenschutz Niedersachsen, Referat 2”. Der sinnvolle Einsatz einer Lehrerapp ist also nur mit einem dienstlichen mobilen Endgerät möglich.

Nordrhein Westfalen – Ja

wichtigster Link: https://www.schulministerium.nrw.de/docs/Recht/Datenschutz/DienstanweisungAnlage.pdf

Rheinland-Pfalz – Ja

wichtigster Link: https://www.datenschutz.rlp.de/de/themenfelder-themen/datenschutz-in-der-schule-fragen-und-antworten-fuer-lehrkraefte/

In Rheinland-Pfalz ist man auf der Höhe der Zeit. Die Genehmigung der Schulleitung ist erforderlich.

Saarland – unklar

wichtigster Link:

Sachsen – Ja

wichtigster Link: https://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/17794-VwV-Schuldatenschutz

Beachte: Anlage 4

Sachsen-Anhalt – Ja, aber

wichtigster Link: https://bildung.sachsen-anhalt.de/schulen/datenschutz/handreichung-datenschutz-an-schulen/

Das Antragsformular passt nicht für eine Mitarbeitsapp.

Schleswig Holstein – Ja, aber

wichtigster Link: https://www.datenschutzzentrum.de/uploads//schulen/rechtsvorschriften/SchulDSVO_Juli2018.pdf

Die Schulleitung entscheidet.

Thüringen – unklar

wichtigster Link: https://bildung.thueringen.de/schule/medien/datenschutz-in-schulen/

Alles ohne Gewähr. Entscheidend ist immer die Schulleitung. Diese sollte auf jeden Fall informiert werden.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.